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Im Jahre
1378

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Das kirchliche
Schisma, das das europäische Christentum in zwei feindliche Lager spaltete,
wurde ausgelöst durch die Doppelwahl eines Nachfolgers des Papstes Gregor
XI. in diesem Jahr. Ein Nachfolger war in Avignon und der andere in
Rom. Die deutschen säkularen und geistlichen Herren sprachen sich für
den Nachfolger in Rom aus, was für Studenten und Lehrer "deutscher
Nation" den Verlust von Mitteln und Ausbildungsrechten in Paris
bedeutete. Kurfürst Ruprecht I. nutzte die Gunst der Stunde zu Verhandlungen
mit der Kurie, um eine Stiftungsbulle zur Gründung der Universität Heidelberg
auszustellen.
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23. Oktober
1385
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Genua, Papst
Urban VI. genehmigt die Gründung der Universität durch eine Stiftungsbulle.
Dieses Gründungsprivileg war eine Voraussetzung für die Anerkennung
der akademischen Grade einer Universität. Mit dieser Bulle erhielt Heidelberg
eine Universität mit vier Fakultäten: Theologie, Medizin, Jurisprudenz
und Artisten (Philosophie).
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1. Oktober
1386
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Gründungsdatum
der Universität durch den Kurfürstlichen Stiftungsbrief, in dem auch
eine ''facultas medicinae'' vorgesehen war. Die Universität Heidelberg
wurde nach dem Modell des Pariser ''studium generale'' gegründet.
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18. Oktober
1386

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Die Universität
wurde mit einer feierlichen Messe eröffnet. Zu dieser Zeit dürfte die
Stadt Heidelberg nicht mehr als 3500 Einwohner gehabt haben. Im ersten
Jahr ihrer Existenz verzeichnete die Universität fast 600 Immatrikulationen.
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19. Oktober
1386
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Vorlesungsbeginn
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Im Jahre
1388
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Pest und Krieg
verursachten eine schwere Krise an der Universität und in Heidelberg.
Die Immatrikulationszahl sank rasch ab. Das begünstigte die Einrichtung
der Universität zu Köln. Im ersten Jahrhundert des Universitätsdaseins
ging der Aufbau der medizinischen Fakultät nur sehr langsam voran.
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Im Jahre
1444
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Aus einem Reformentwurf
war zu entnehmen, daß es nur einen einzigen Doktor der Medizin gab,
der sehr viele Tätigkeiten ausführen mußte.
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Im Jahre
1474
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Die Anschaffung
von zwei medizinischen Büchern wurde dokumentiert. Vorher setzte sich
die Bibliothek lediglich aus Schenkungen zusammen. Die Wissensvermittlung
beschränkte sich auf die Schriften von Hippokrates, Galen und Avicenna.
Das Wissensgebiet der Medizin galt als exakt abgegrenzt und nicht mehr
erweiterungsfähig. Obwohl ein praktischer Unterricht nicht stattfand,
betrug die Dauer des Medizinstudiums bereits damals sechs Jahre.
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Im Jahre
1482
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Durch eine päpstliche
Genehmigung wurde ein zweiter medizinischer Lehrstuhl geschaffen. Entsprechend
dem klassischen Ideal war ein dritter vorgesehen (jeweils ein Professor,
um Hippocrates, Galen und Avicenna lesen zu können).
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Im Jahr
1522
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Der dritte Lehrstuhl
wurde geschaffen.
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Im Jahr
1523
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Die gesamte
Studentenzahl der Universität, also die aller vier Fakultäten, betrug
wahrscheinlich nicht mehr als 14.
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Um das
Jahr 1550
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Die universitäre
Studentenzahl stieg auf durchschnittlich 200 im Jahr, wovon allerdings
nur ein Bruchteil auf die medizinische Fakultät entfiel.
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Im Jahr
1558
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Die Reformen
Otto Heinrichs wirken sich positiv auf die Universität aus. Eine neue
universitäre Statutenreform befreite die Fakultät "vom bloßen
Buchwissen". Thomas Erast, der die humanistische Wissenschaft in
der Medizin einführte, wirkte an dieser Statutenreform mit, die bis
1743 ohne wesentliche Änderungen bestehen blieb. Diese Statutenreform
betonte die Wichtigkeit der praktischen Erkenntnisbildung durch die
Begleitung der Professoren bei Krankenvisitationen. Weiterhin empfahl
sie die "innerliche[n] inspection und Besichtigung" Verstorbener
(dispositiver Charakter), deren Krankheiten unerkannt geblieben waren.
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Im Jahr
1569
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Für 50 Gulden
kommt die Fakultät in Besitz des ersten Skeletts.
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Im Jahr
1593
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Der Botanische
Garten wurde eingerichtet als Grundlage der Arzneimittelkunde, als Kräutergarten
("hortus medicus"). Der Garten ist einer der ältesten der
Welt. Später, in den Jahren der großen Entdeckungsreisen, wurde er wegen
der Einführung von exotischen Planzen aus der ganzen Welt zum "hortus
geographicus" und nochmals später, nachdem sich die Systematik
in der Biologie durchsetzte, wurde er zum "hortus systematicus".
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Im Jahr
1600
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Das seit 1561
bestehende Spital in der Bussemergasse fusioniert mit der Fakultät für
die praktische Ausbildung der Studenten.
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Im Jahr
1626
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Wegen des 30-jährigen
Krieges wurde die Universität geschlossen.
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Im Jahr
1652
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Neugründung
und Wiedereröffnung der Universität.
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Im Jahr
1686
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Conrad Brunner
(Brunnersche Drüsen) richtet ein chemisches Labor für die Medizinstudenten
ein, in dem Erkenntnisse der Naturwissenschaft in der Medizin angewandt
werden. Brunner erwarb Weltruf durch seine anatomischen und experimentell-physiologischen
Forschungen.
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Im Jahr
1689 und 1693
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Heidelberg wurde
in den Pfälzischen Erbfolgekriegen völlig zerstört. Alle Gebäude der
Medizinischen Fakultät wurden niedergebrannt. Die Universitätsangehörigen
finden sich in Frankfurt wieder zusammen. Dort blieb die Universität
bis 1698.
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Im Jahr
1800
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Zur Jahrhundertwende
waren lediglich fünf Studenten an der medizinischen Fakultät eingeschrieben.
Dies war die Folge eines permanenten Geldmangels und des sog. Substitutionswesens,
wonach es einem Professor gestattet war, an seine Stelle einen anderen
Lehrer einzusetzen, womit Erbhöfe bei den Professuren entstanden und
Berufungen von auswärts zur Seltenheit wurden.
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Im Jahr
1803
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Die rechtsrheinische
Pfalz fällt an Baden. Die Universität wurde vom Land übernommen und
als staatlich finanzierte Hochschule weitergeführt.
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Wintersemester
1805/1806
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Eröffnung der
Poliklinischen Anstalt. Erstmals bestand die Möglichkeit, die Medizinstudenten
systematisch praktisch am Patienten auszubilden.
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Im Jahr
1815
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Die Poliklinik
wird bis zur Tilgung aufgelaufener Schulden, die durch kostenfreie Behandlungen
und Arzneimittelausgaben entstanden, geschlossen.
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Im Jahr
1818
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Eröffnung der
Chirurgischen Klinik.
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Im Jahr
1826
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Neueröffnung
der Poliklinik und starker Aufschwung der klinisch-praktischen Medizin
in Heidelberg.
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Im Jahr
1844
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Jakob Henle
(Henlesche Schleife) besetzte den zweiten ordentlichen Lehrstuhl
für Anatomie und Physiologie
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Von 1850
bis 1930
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Dieser Zeitraum
ist durch das hohe Ansehen der klinischen Medizin gekennzeichnet. In
diesem Zusammenhang müssen Namen wie beispielsweise Vinzenz Czerny,
Wilhelm Erb und Ludolf Krehl genannt werden.
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Im Jahr
1858
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Durch die Berufung
von Helmholtz trennen sich Anatomie und Physiologie in Heidelberg.
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Im Jahr 1860
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entdecken Bunsen und Kirchhoff die Spektralanalyse
(Begründung der Weltraum-Chemie)
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Um das
Jahr 1864
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Abtrennung der
Augen- und Kinderklinik. Die Vermehrung des medizinischen Wissens und
die damit einhergehende Spezialisierung führten zu einer wachsenden
Aufteilung der Fachgebiete.
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Im WS 1899/1900
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Beginn des Frauenstudiums in Heidelberg
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Im Jahr
1910
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Albrecht Kossel
erhielt den Nobelpreis für Medizin.
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Im Jahr
1913
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Die Antrittsvorlesung
von Karl Jaspers in Heidelberg.
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Im Jahr
1922
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Otto Fritz Meyerhof
erhielt den Nobelpreis für Medizin.
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Im Jahr
1929 |
Victor von Weizsäcker Wegbereiter der Psychosomatischen
Medizin in Deutschland Nach seiner Berufung auf den Heidelberger Lehrstuhl war es möglich, hier die erste eigenständige
psychotherapeutische Klinik in Deutschland zu gründen
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